Zukunft HOAI – Konsequenzen und Perspektiven der EuGH-Entscheidung aus rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht

Seminar HIK192.14

Thema

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Verbindlichkeit der Mindest- und Höchstsätze der HOAI am 4. Juli 2019 für europarechtswidrig erklärt. Was die EuGH-Entscheidung im Einzelnen bedeutet und welche unmittelbaren, aber auch mittelbaren Folgen sie für die Planerinnen und Planer mit sich bringt, ist Inhalt dieses Seminars.
Im ersten Teil liegt der Schwerpunkt auf den rechtlichen Konsequenzen, der zweite Teil betrachtet das Urteil aus betriebswirtschaftlicher Sicht und thematisiert das Planungsbüro als Unternehmen.

Inhalt

Teil 1 / Die rechtliche Sicht:
Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Aufhebung der verbindlichen Honorarsätze vertraglich kompensiert werden kann und wie sie sich auf die Vergabe von Planungsleistungen durch öffentliche Auftraggeber auswirkt. Gleichfalls werden die verschiedenen derzeit diskutierten Änderungsalternativen zur Anpassung der HOAI an das europäische Recht vorgestellt; denn die HOAI selbst kann auch ohne verbindliche Mindest- und Höchstsätze bestehen bleiben. Die Frage ist noch, in welcher Form. Die Entscheidung bedeutet also nicht automatisch das Ende der HOAI, verlangt aber eine gründliche Auseinandersetzung mit ihren Regelungen und eine Überprüfung der bisherigen Verhandlungs- und Vertragsschlusspraxis – auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Referent: Prof. H.Henning Irmler

Teil 2 / Die betriebswirtschaftliche Sicht – Unternehmen Planungsbüro:
Das Urteil bringt für Inhaber/-innen von Architektur- und Ingenieurbüros mit sich, die eigenen Preisspielräume zu kennen und richtig mit diesen umzugehen. Die Themen Büro-, Stundensatz-, Honorar- und Projektkalkulation und Honorar-Verhandlung werden behandelt.
Je attraktiver ein Architektur- oder Ingenieurbüro ist, desto leichter lassen sich Honorare recht-fertigen, Aufträge gewinnen, Mitarbeiter/-innen finden und binden, die Wirtschaftlichkeit steigern und ein Bürowert darstellen. Gezieltes Arbeiten am Thema Attraktivität setzt wiederum unternehmerisches Denken und Handeln voraus. Sind Sie Unternehmer? Wie attraktiv ist Ihr Architektur- oder Ingenieurbüro? Welches sind die Stellschrauben und Instrumente zur Steigerung der Attraktivität? Sie lernen Möglichkeiten kennen, Ihr Planungsbüro erfolgreich zu entwickeln und voranzubringen, dessen Potenziale zu nutzen, die Struktur zu stärken und das Portfolio zu schärfen. So wird Ihr Unternehmen fit für die Zukunft und attraktiv für Kundinnen/-en (Bauherren) und Mitarbeiter/-innen.
Referent: Andreas Preißing

Referent(en)

  • Dipl.-Betriebswirt Andreas Preißing, Vorstand der Dr.-lng. Preißing AG
  • RA Prof. H.Henning Irmler, FA für Vergaberecht und für Bau- und Architektenrecht

Termin

Mittwoch, 23. Oktober 2019
9.30 – 17.00 Uhr

Teilnehmergebühr

Mitglieder: 180.00 €

Gäste: 230.00 €